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Sonntag, 28. Mai 2017

Berührung

Kein Wort wars - kaum Gedanke schon,
was mich da plötzlich halten lies.
Mir war als ob aus vollem Lauf,
mein Kopf an eine Mauer stieß. 
 
Mir entrang ein leises Wimmern,
meine Sinne wurden blass,
als sich tief in meinem Innern,
etwas regte, gleichsam sprach.

Doch kein Ton in dieser Stille,
der den dumpfen Wall durchbrach.
Nein - nur ein Gefühl von Nähe,
das durch alles Denken stach. 

Eine warme Hand die sachte,
Stück für Stück mein Herz umgab.
Weich wie ein Kokon aus Seide,
schirmte sie den Ärger ab.

Und bevor ichs richtig merkte, 
war sie fort,
- und auch ihr Schutz - 
und des Windes Seufzen fegte,
in mein Herz - noch ganz verdutzt.

Drum entringt sich stille Klage,
meinem Mund,
von Zeit zu Zeit.

Denn wen des Herzens Winde plagen,
dem wird der Weg - manchmal,
zu weit. 
 
 


Sonntag, 14. Mai 2017

Anekdoten

Ich teile mich mit,
durch Anekdoten.
Bruchstücke eines,
alternden Idioten.

Verkürzte Fragmente,
des suchenden Lebens.
Setz sie zusammen,
- leider vergebens.

Kann jemand verstehen?
Ich glaube es kaum,
red weiter in Rätseln,
füll damit den Raum.

Sonntag, 30. April 2017

Die letzten Minuten

Diese letzten Minuten des Tages,
wenn alles still ist,
alles schon schläft.

Schleicht sich,
die alte Freundin Saudade,
hier auf mein Sofa,
und fragt wie es geht.

Ich sage:
"Es geht so.",
da lacht sie mich an,
erfüllt mich mit Sehnsucht,
wies niemand sonst kann.

So sehn ich herbei mir,
die nullte Stunde,
wenn alles zu nichts wird,
geh ich mit zum Grunde.

Leg mich dort unten,
ins flauschige Bett.
Wenn ich wieder aufwach,
ist Saudade längst weg.

Sonntag, 12. März 2017

Sonntag, 19. Februar 2017

Blätter

Wir gehen durch dieses Leben,
fallend wie Blätter vom Baum.
Taumelnd, im Winde sich drehend,
- tänzelnd - als sei dies ein Traum.

Samstag, 3. Mai 2014

Helden...


Das waren einmal,
vor sehr langer Zeit,
Krieger die Menschen,
vom Elend befreit.

Die Götter erzürnt,
das Schicksal gebogen,
Die Frieden gebracht,
vom Feuer umstoben.

Manch einer von ihnen,
gab gerne sein Leben,
für die großen Taten,
die wir heut erzählen.

Doch heute sind Helden nicht strahlend!
Vielleicht gar waren sies nie...
Die helle reine Natur,
ein Trug unsrer Fantasie.

Die Helden von heute sind anders,
sie sterben nicht für ihren Sieg.
Das macht es nicht weniger tragisch,
ihr Gehen ist traurig wie nie.

So siechen sie in ihren Zimmern,
entstellt, gequält und vergessen.
Im Flur hört gedämpft man das Wimmern,
hinfort was sie einstmals besessen.

Statur und Stärke der Glieder,
hat Krankheit und Alter versehrt.
Wo einst sie Riesen bekämpften,
ist nun schon der Gang verwehrt.

Der Geist der vor Plänen so strotzte,
Zyklopen und Hades selbst trotzte,
Alzheimer zehrt von ihm mehr jeden Tag,
ein hohles Pferd trägt ihn langsam zu Grab.

Vom Fenster her tönen Sirenen,
sie locken die Helden zum Fels.
Gebrochen sind sie dort gefangen,
in Neonlichtwellen so grell.

Da harren sie ob ihres Endes,
Skyll und Charib unausweichlich.
Die Schwester kommt mehrmals täglich,
vom Lotus gibt es dann reichlich.

Wöchentlich kommt auch der Chefarzt,
im Schlepptau ist Circe die Schöne,
sie locken mit schnellem Genesen,
sie wissen viel freundliche Töne.

Kalypsos Armen entgleiten,
auf lange Sicht wirds geschehn,
sie könnten noch ewig hier bleiben,
doch das wolln die Götter nicht sehn.

Die Mächtigen zeigen erbarmen,
sie lassen die Helden nun ziehn,
vereinsamt dort auf ihrem Floß,
das letzte Tuch ist geliehn.

Der Schluss der Odyssee,
die Helden treiben Heim,
doch die finale Fahrt,
wird eine Stille sein.

Der Leib verging nicht im Feuer,
doch ist alle Größe verraucht,
vergessen dort in ihren Kammern,
hörts Wimmern dann irgendwann auf.

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Der Stern

Stell dir vor am Himmel,
gäb es nur einen Stern.
Kein fröhliches Sternengewimmel,
nur einer – allein –,
und so fern.

Zu seiner Schwester der Sonne,
blickte er schmachtend schon lange.
So gern wär er nicht allein.
Lieber schon lange vergangen,
als ewig so einsam zu sein.

Für uns zög er einsam die Bahnen,
am schwarzen Himmelszelt.
Der Blick ginge immer zu ihm,
weil er unsre Nächte erhellt.

Anders als der Mond,
der unser Nachbar ist,
strahlte der Stern uns immer,
und erntete dafür nichts.

Wir würden ihn vermissen,
wäre er einmal fort.
Der Himmel schaute dann schwarz,
nichts hielte den Blick am Ort.

Dem einsamen Stern wir dankten,
für seine treue Wacht.
Liebten die Schwester bei Tage,
und ehrten ihn stets in der Nacht.

Was einsam ist wird wertvoll,
so ist´s wohl viel gedacht.
Man Frage sich bei den Sternen,
ob´s überhaupt Sinn macht.

Montag, 4. November 2013

An Jemanden - Das lyrische Ich



Trage mich weit fort von hier.
Nimm mich mit ans Meer.
Zeig mir wo die Berge stehn.
Es dürstet mich so sehr.

Einsamkeit ist ein Gefängnis,
von kaltem, moosbeflecktem Stein.
Tief im dunklen Herz der Erde,
gräbt man sich ganz langsam ein.

Kein Gesicht und keine Stimme,
seien sie auch noch so süß.
Bricht den Bann und sprengt die Ketten,
die ich selbst im Fels einließ.

Das Dunkel in mir nach Außen gekehrt,
verlor ich fürs Lieben jeden Wert.
Denn hinter der dünnen Fassade,
erkennt man, von nahem, die schlechte Scharade.

Der Abgrund schreckt die meisten ab,
statt einer Oase, ein tiefes Grab.

Drum muss ich gehen, muss vergessen, kann nicht ewig warten.
Will nicht finden, will nicht bleiben, hab schon gelitten auf diese Arten.
Nicht haften, nur laufen, so weit meine Füße mich tragen,
durchs Dunkel, durchs Lichte ... Ach irgendwann!
Ich kann es kaum erwarten.

Sonntag, 20. Oktober 2013

Schein und Sein

Wow... 1000 Besucher_innen, naja nicht ganz, diese Abfrageserver kann man ja kaum als Besucher_innen zählen, aber trotzdem, die Zahl steht schonmal da. Für manche mag das nicht viel sein, aber für mich ist es schon so eine Art erstes Jubiläum. Aus diesem besonderen Anlass hier die Veröffentlichung des Gedichtes mit dem eigentlich alles begann und seiner Geschichte. Naja mehr oder weniger... Eigentlich ist es dummes Zeug das man auch überspringen kann. 
Aber für alle die die ein wenig mehr lesen möchten:

Es ist dieses Gedicht mit dem ich, in den ersten trüben Tagen des Jahres 2011, begonnen habe meiner vergessenen Jugendfreude, dem Dichten, wieder zu fröhnen. In einer schweren Zeit, auf einer Autofahrt, nach einem mehr deprimierenden als erholsamen Urlaub (zum Glück der Letzte den ich hatte) kam mir der Gedanke, dass ich früher in der Schule immer Spaß daran hatte Elfchen und andere Lyrik zu schreiben. 
Ein Spaß der einem in dieser Gesellschaft ja konsequent aberzogen wird, da die Selbstverwirklichung dem ökonomischen "Nutzen" im Zweifelsfalle weichen muss. Ich beschloss mit der Zeit, mich diesem falschen und unmenschlichen Paradigma zu großen Teilen zu verweigern. Jeden Tag sieht man die Menschen und die Natur, die von dieser Gesellschaft und ihrem Realitätsprinzip, dem Leistungsprinzip wie Herbert Marcuse so schön diagnostiziert, zerbrochen und zernichtet werden. Und jeder dieser schrecklichen Verluste ist ein weiterer Grund sich dieser Welt nicht zu fügen, lieber ein einsamer Steppenwolf zu sein, als ein weiteres Vieh das zur Schlachtbank geführt wird. Lieber den romantisch-einsamen Helden mimen und für Andere Sorge tragen, ihnen Hoffnung geben, als sich in Sicherheit zu wiegen und ihren Untergang einfach zu ignorieren. Aber ich komme vom Thema ab... dafür wird an anderer Stelle noch genügend Zeit sein und die Worte sind ohnehin verschwendet.
Wie von selbst kamen mir daraufhin jedenfalls diese Zeilen in den Sinn. Ich hatte meine liebe Not mir in dieser Situation Stift und Papier zusammen zu klauben, um sie vor der Vergänglichkeit und Schwärze zu bewahren, die mein, in dieser Hinsicht leider, verschwendungssüchtiger Geist ihnen zuteil werden lassen wollte. Doch es gelang alles rechtzeitig zu notieren und dieses Gedicht war mir von diesem Tage an so lieb und so nah, dass ich nie wieder vergessen wollte, wie wichtig und befreiend es sein kann zu schreiben. 
Auch heute noch erinnert es mich stets an diesen Tag, an die Fragen und Antworten die ich in dieser Zeit gefunden hatte. Aber auch an die Befreiung und Freude alle Gedanken, wie mit einem Zauberspruch, aufs Papier zu bannen. Da waren und sind sie nun immer noch, statisch wie ein Glas Wasser das man aus einem reißenden Strom schöpft und das daraufhin friedlich beobachtet und verstanden, ja sogar anderen gezeigt werden kann. Jedoch, wer das Glas bloß betrachtet, wird sich noch immer keine Vorstellung vom Fluss, aus dem es stammt, machen können. Wenn es aber das richtige Wasser ist, jenes tiefe, reißende, wilde, schaumkronenüberspülte, tiefklare Wasser aus der Mitte des wilden Stromes, dann wird der der es trinkt vielleicht diesen Fluss erahnen können, mit dem jemand möglicherweise heftig ringen musste um ihm dieses kleine Gläschen abzutrotzen. Zumindest weiss er schon mehr über den Fluss, als alle Menschen die ihn nur im vorbeigehen betrachtet haben und daher zwar seine Form kennen, nicht jedoch seinen Inhalt, seine Tiefe. 
Aber genug der Flüsse und Gläser. Alle Metaphern sind irgendwann ausgelutscht und ich hoffe diesem Punkt gerade noch zuvorgekommen zu sein. Denn eine überstrapazierte Metapher, gleicht einem übervollen Staudamm der irgendwann bricht.

Manche malen, manche musizieren, manche slammen, manche schreiben Romane oder Kurzgeschichten um das auszudrücken worüber man nicht sprechen kann, die Welt zwischen und hinter den Zeilen und Worten. Ich schreibe jedenfalls seit diesem Tag meist, frei nach Ernst Pöppel, in  ca. 3-Sekunden-Versen den Strom meiner Gedanken nieder und freue mich nun auch dieses mir so lieb gewordene Gedicht in eine Form gebracht zu haben, die es vorzeigbar macht und die ihm, als Grundstein und Juwel all meiner darauf gefolgten und folgenden Arbeiten, wie ich hoffe, gerecht wird.

Vielen Dank für das ( vielleicht sogar verständnisvolle) Lesen dieses sicherlich maßlos übertriebenen und höchst prätentiösen Vorgeplänkels voller Kommafehler:


Schein und Sein

Teil 1:
Dort auf der Bank, da sitzt ein Mann,
hat scheinbar einen Anzug an.
Doch Schein kann trügen,
Wahrheit ist,
dass dieser Mann in Ketten sitzt.

Das Kleid der Seele ist zerschlissen.
Das Herz aus seiner Brust gerissen.
Kann nicht mehr lachen und nicht weinen,
muss im hier und jetzt verweilen.
Weiss nur was er zu tuen hat,
doch nichts von seiner Schaffenskraft.

Leer fühlt er sich und ganz zerbrochen,
im Geiste noch ein Zitterrochen,
stellt Fragen die ihn stets behindern,
doch seinen Schmerz ein wenig mindern.

Fragen ohne Antwort nur,
doch stellt er sie entschlossen - stur!
Gewillt den Weg zuend zu gehn,
nichts ist gewiss nichts bleibt bestehn.

Doch wie kann einer gehen,
der doch in Ketten sitzt?
Und wie kann einer Wissen,
der nur auf Wiesen blickt?

Der Körper dieser Käfig,
sperrt seine Seele ein.
Doch wird er einmal gehen,
geht sie mit ihm anheim.

So weiss er keinen Ausweg,
und grübelt drüber nach.
Denn er sitzt hinter Gittern,
das weiss er selbst im Schlaf.

Er wird wohl lange noch hier sitzen,
und starren auf der Wiesen grün.
Im Schnee, im Regen und bei Blitzen
wird seine Flamme schwächer glühn.

Die Leute nur den Anzug sehn,
und ehrwürdig vorüber gehn,
nicht kennen seine Seelenpein.
So sitzt er da,
allein.

Teil 2:
So sitzt er da und keiner wird ihn retten.
So sitzt er da, gehüllt in seine Ketten.
Nur Hut und Schuhe sieht man noch,
doch er wartet Woch' um Woch'.

Wartet auf die Uhren, 
die sich rückwärts drehen.
Wartet auf die Zeit:
Ach bliebe sie nur stehen!

Samstag, 5. Oktober 2013

Cool – Sein: Die Geschichte eines Erwachenden



Als Kind wollte ich immer zu den coolen Kids gehören.

Jetzt war ich so cool,
innerlich so eiskalt, so erfroren,
dass die coolen Kids
und alle Anderen,
nichts mehr mit mir anfangen konnten.

Denn sie sind mir egal geworden.
Sie gingen mich nun nichts mehr an.

So lernte ich,
dass es nicht die Coolness war um die es mir ging,
sondern das Dazugehören,
welches mir nun,
wo es so unerreichbar fern und unnütz erschien,
schmerzlicher fehlte denn je.

Und das Cool-Sein wurde,
ebenso wie alles Andere vor ihm,
bedeutungslos.

Was blieb war die Einsamkeit,
die ihre Bedeutung nie verlieren würde,
und die es letztlich vollbrachte,
mir negativ,
wahre Zugehörigkeit,
eben durch ihre Abwesenheit,
erlebbar zu machen.

So abstrahierte ich,
die Gemeinschaftlichkeit,
aus der Einsamkeit
und wurde auch frei von diesem letzten und stärksten Begehren.

Erwacht begrüße ich,
meine Freunde und Feinde.
Sie alle stehen für mich bereit,
warten auf mich,
und sind doch nicht vorhanden.

Montag, 23. September 2013

Gegangen / Gone

Gone

Rost bedeckt die Welt,
das große Spiel ist vorbei.
Unter der dicken roten Staubschicht,
sucht man vergeblich nach Überresten des Lebens.

Was der Rost nicht erstickt und zermahlen hat,
das ist schon vor langer Zeit gegangen.
Nichts wurde zurückgelassen,
als das große Rad unvermeidlich seine Drehung vollendete.

Wo einst Trieb und Vernunft miteinander wilde Kämpfe rangen,
wacht nun die stille Ewigkeit.
In wildem Erinnern zeigt der Wind von Zeit zu Zeit,
eine rostrote Metapher der Kraft dieses Konfliktes.

Die Stürme toben dann über die weiten Ebenen,
doch die Bewegung ist trügerisch.
Sie ist kein Beweis für das einstige Leben,
sondern für seinen Niedergang vor der ewig schleifenden Stetigkeit der Zeit.

So sieht man dann den roten Planeten,
den toten Planeten.
Und fragt sich unmerklich:
'Was wird aus uns?'

Donnerstag, 12. September 2013

Warum eigentlich?


Vielleicht schreibt man das alles nur, damit irgendwann, wenn das Spiel vorbei ist, jemand erkennt wer der Schauspieler den er dort sah wirklich war. Und vielleicht will, oder muss, Er, der Schauspieler, selbst nach seinen Auftritten erst immer wieder entdecken, wer er eigentlich ist. Denn alles was er der Welt vorgibt zu sein ist immer nur Teil, nur Maske, nur Ausflucht und Muster. Eine Scharade unter Tausenden.

Das Ganze gibt es nicht im Kleinklein dieser oberflächlichen hektischen Welt. Das Ganze braucht Zeit und Geduld. Eine Ewigkeit für ein Sandkorn Wahrheit.


Oder wie Fernando Pessoa es um 1934 ausgedrückt hat:
„Manchen mag dieses von mir für mich geschriebene Tagebuch zu künstlich vorkommen. Aber alles Künstliche entspricht meinem Naturell. Womit sonst könnte ich mich unterhalten, wenn nicht mit dem sorgfältigen Aufzeichnen meines geistigen Lebens? Im übrigen ist die Sorgfalt, die ich darauf verwende, nicht allzugroß. Ich bemühe mich weder um eine besondere Anordnung noch um eine ausgefeilte Form. Ich denke dabei ganz selbstverständlich in der mir eigen gewählten Sprache. […] Unsere Leichtfertigkeit von gestern ist heute eine beständige Sehnsucht, die mein Leben zermürbt.“, 
 
(Pessoa, Fernando: Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares. Zürich: Ammann Verlag & Co., 2003. S. 446)

Montag, 9. September 2013

Himmelblau

Blau im Himmel so fern,
so nah sind dir die Flieger,
streifen dein samtiges Antlitz.
Doch ihre Seelen so fern,
verleben die Zeit in der Economy Klasse.

Samstag, 3. August 2013

Zum Leben eines Harry Haller

Steppenwölfe

Zwei Steppenwölfe trafen sich,
und waren gemeinsam allein.
Sie rochen einander,
gaben sich trost,
doch konnten zusammen nicht sein.

Letztlich ganz und gar zu wild,
blieb ihre Sehnsucht ungestillt. 

Ihre Wege zu verschieden,
ihre Geister unbezähmt.
Haben sie sich dann gemieden,
von sich selbst doch stets gequält.

Laufen, rasten, sinnen, streunen,
über Mauern, hinter Zäunen.
Nichts treibt solche Steppenwölfe,
so wie ihre eigenen Träume.

Donnerstag, 4. Juli 2013

Am Strand (Version 2)


Ich falte meine Hände
und bete doch zu niemandem.
Ich weiß das alles gut wird
doch aller Glaube wird geprüft.
Wo doch alles Wissen geglaubt wird,
ist das Leben von kalter Gewissheit.
Kalt wie die wogende Gischt der Zeit,
die sie mit uns hierhin und dorthin trägt.
Die Religion eines aufgeklärten Individuums
ist der Wunsch eines Sandkorns am Strand.
So viele Sandkörner ungehört,
so viele von den Wellen entführt.

[...] 

Samstag, 15. Juni 2013

Weitergehen


Eine Geschichte über die verlorene Liebe

Teil 1: Der Weg

Ich geh allein,
die Straße steinig.
Ist das gut?
Ich weiss nicht.
Doch all meine Freunde,
waren sich einig:

„Der Weg ist besser als das Ziel“,
jenen Ort den ich erreicht,
wo die Sekunde,
der Stunde gleicht.
– Doch Stunden verrannen im nu. –
Wo die Lust wohnt und der Schmerz,
dort lebtest einst auch du.

Jetzt geh ich weiter,
im Herzen allein.
Die Gesellschaft,
äuß´rer Schein.

Ich gehe frei von allen Ketten,
will neue Herzen stehlen!
Doch zunächst,
ich kann es nicht verhehlen,
muss ich durchs Tal mich quälen.

Wo Salz und Wasser sich vermählen,
im Tal aus Schmerz und Tränen,
dort will ich mich heut wähnen,
wo Tage nichts mehr zählen.

Sonntag, 19. Mai 2013

Beziehungsweise

Innenleben einer Wand

In der Wand
lebt ein Mann
eine Frau
an der Hand

Mann und Frau
sie sind eins
in der Wand
ohne Reim

Und so sind sie
dort schon lange
in der Wand
ohne Bange

Bis sie bröckelt
und stürzt ein
werden sie
beisammen sein

Samstag, 20. April 2013

Von Stöcken und Steinen


Stock und Stein

Stock und Stein
Nichts und Sein
Wort und Tat
Frage und Rat

Stock zerbrochen
Sein erloschen
Wort entleert
Rat verkehrt

Stein zu Staub
Nichts zum Tausch
Taten begangen
In Fragen gefangen

Sonntag, 9. Oktober 2011

Wenn das Leben zum Rennen wird

Wenn Menschen gezwugen sind vor etwas weg zu rennen ist das nie sonderlich gut. Am schlimmsten ist es aber wenn sie vor sich selbst wegrennen, weil man das Rennen am Ende immer verliert. Der Fluchtpunkt ist die Stelle an der man sich eingesteht das es so nicht weiter gehen kann. Das erfordert Stärke. Stärke die ich bewundere..



Fluchtpunkt

Rennen! Rennen immer weiter!
Feiern! Tuen! Bloß nicht scheitern!
Du gehst Treppen, du steigst Leitern,
tust das wohl dich zu erheitern

Arbeit, Schaffen alles Lenken
Zeit ist kostbar, nichts verschenken!
Keine Ruhe. Keine Muße.
selbst im Schlaf tust du noch Buße

tust das wohl weils dir Spaß macht
tust es weil du hast die Kraft
tust´s nicht weil du am Abgrund stehst
tust´s nicht weils gegens Ende geht

und obwohl du strahlst vor Kraft
denke ich du bist nicht Froh
und obwohl du mit mir lachst
seh ich nur die große Show

Kannst kaum stehen, Hände falten
Kannst´s kaum mit dir allein aushalten
nicht Ruhe den Gedanken geben
da sie sich sonst im Kreis bewegen

so rennst du fort und stellst dich nicht
hast Angst das du vielleicht zerbrichst
die Welt die sieht nur deine Show
und denkt du wärest wirklich Froh

Drum lässt du niemand an dich ran
Niemand dich verletzen kann
doch siehst du nicht das so die Zeit
auch deine Wunden niemals heilt

Denn das Leben auf der Flucht
Wird so zur eigenständgen Sucht
Wird zum Selbstzweck bis zuletzt
du deinen Schritt gen Abgrund setzt.
Die Angst sie wächst mit jedem Tag
verfolgt dich so bis in den Sarg

Der Mut den du bisher bewiesen
Lässt mich hoffen auf dein Wohl
Deine Wahrheit kannst du finden
Doch stelle dich, sonst ist sie hohl

Leere Worte gibts genug
Hülsen ohne Sinn und Grund
oh so viele viele Sätze
Lügen auf dem Erdenrund

Drum Prüfe ehrlich jedes Körnchen
auf seinen innersten Gehalt
ohne Angst und ohne Haften
nimm dir nur Ruhe, nimm dir Zeit