Sonntag, 9. Oktober 2011

Wenn das Leben zum Rennen wird

Wenn Menschen gezwugen sind vor etwas weg zu rennen ist das nie sonderlich gut. Am schlimmsten ist es aber wenn sie vor sich selbst wegrennen, weil man das Rennen am Ende immer verliert. Der Fluchtpunkt ist die Stelle an der man sich eingesteht das es so nicht weiter gehen kann. Das erfordert Stärke. Stärke die ich bewundere..



Fluchtpunkt

Rennen! Rennen immer weiter!
Feiern! Tuen! Bloß nicht scheitern!
Du gehst Treppen, du steigst Leitern,
tust das wohl dich zu erheitern

Arbeit, Schaffen alles Lenken
Zeit ist kostbar, nichts verschenken!
Keine Ruhe. Keine Muße.
selbst im Schlaf tust du noch Buße

tust das wohl weils dir Spaß macht
tust es weil du hast die Kraft
tust´s nicht weil du am Abgrund stehst
tust´s nicht weils gegens Ende geht

und obwohl du strahlst vor Kraft
denke ich du bist nicht Froh
und obwohl du mit mir lachst
seh ich nur die große Show

Kannst kaum stehen, Hände falten
Kannst´s kaum mit dir allein aushalten
nicht Ruhe den Gedanken geben
da sie sich sonst im Kreis bewegen

so rennst du fort und stellst dich nicht
hast Angst das du vielleicht zerbrichst
die Welt die sieht nur deine Show
und denkt du wärest wirklich Froh

Drum lässt du niemand an dich ran
Niemand dich verletzen kann
doch siehst du nicht das so die Zeit
auch deine Wunden niemals heilt

Denn das Leben auf der Flucht
Wird so zur eigenständgen Sucht
Wird zum Selbstzweck bis zuletzt
du deinen Schritt gen Abgrund setzt.
Die Angst sie wächst mit jedem Tag
verfolgt dich so bis in den Sarg

Der Mut den du bisher bewiesen
Lässt mich hoffen auf dein Wohl
Deine Wahrheit kannst du finden
Doch stelle dich, sonst ist sie hohl

Leere Worte gibts genug
Hülsen ohne Sinn und Grund
oh so viele viele Sätze
Lügen auf dem Erdenrund

Drum Prüfe ehrlich jedes Körnchen
auf seinen innersten Gehalt
ohne Angst und ohne Haften
nimm dir nur Ruhe, nimm dir Zeit

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