Herr Schildkröt,
warum tränt dein Auge?
Er bleibt stumm.
Ein Blog über das Leben, das Universum, die Liebe und den ganzen Rest - größtenteils reimend und in Versform.
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Sonntag, 23. April 2017
Mittwoch, 19. April 2017
Schildkrötenzyklus IV
Die Schildkröte hält Winterschlaf.
Sie träumt vom Flug über die Frühlingswiese,
tief unten in ihrem Erdloch.
Sie träumt vom Flug über die Frühlingswiese,
tief unten in ihrem Erdloch.
Samstag, 15. April 2017
Schildkrötenzyklus III
Die Schildkröte in der Mittagssonne,
frisst gemächlich den Löwenzahn.
Im Panzer schlägt ein Herz voll Sehnsucht.
frisst gemächlich den Löwenzahn.
Im Panzer schlägt ein Herz voll Sehnsucht.
Mittwoch, 26. Februar 2014
Eine Blume
Eine
kleine, reine,
eine
zarte, feine,
Blume,
steht
dort auf der Wiese.
Wenn ich
sie dort stehen ließe,
jeden
Tag ein wenig gieße,
ihr zum
Opfer, ihr zu Ehren,
sollt
sie alle Welt begehren.
Wenn ich
sie dagegen nähme,
mit
Schaufel oder Schere zähme,
geknechtet
so mit Topf und Vase,
oder gut
getrimmtem Rasen,
geknechtet
so auf engem Raum,
hält
ihre Schönheit sich im Zaum.
Drum
lasse ich sie lieber stehn,
auch
wenns schmerzt beim Vorübergehn,
so ist
die Freude die sie zeigt,
in dem
sie mir ihr Haupte neigt,
ihr
Lebensdrang und Farbenspiel,
bald
meines ganzen Glückes Ziel.
Es wärmt
mein Herz,
auch
wenn es sticht,
denn
Liebe liegt auch,
im
Verzicht.
Samstag, 11. Januar 2014
Wie ein Baum
Wir wachsen,
mit den ersten Jahren,
in die hohe Weite.
Später dann,
mit dem Erfahren,
kommt des Lebens Breite.
Mit Borke,
dick und grob gefurcht,
rüstet uns das Leben.
Im Schutze dieses Zauberwalls,
den Himmel wir erstreben.
Die Krone setzt der Geist uns auf,
mit Zweigen, Blättern, Knospen.
Die Blüten duften königlich,
die uns Vernunft lässt kosten.
Die Frucht verheißt den Samen dann,
der uns vom Leid befreit.
Das neue Leben bricht den Bann,
vorbei ist unsre Zeit.
mit den ersten Jahren,
in die hohe Weite.
Später dann,
mit dem Erfahren,
kommt des Lebens Breite.
Mit Borke,
dick und grob gefurcht,
rüstet uns das Leben.
Im Schutze dieses Zauberwalls,
den Himmel wir erstreben.
Die Krone setzt der Geist uns auf,
mit Zweigen, Blättern, Knospen.
Die Blüten duften königlich,
die uns Vernunft lässt kosten.
Die Frucht verheißt den Samen dann,
der uns vom Leid befreit.
Das neue Leben bricht den Bann,
vorbei ist unsre Zeit.
Donnerstag, 19. Dezember 2013
Der Stern
Stell
dir vor am Himmel,
gäb es
nur einen Stern.
Kein
fröhliches Sternengewimmel,
nur
einer – allein –,
und so
fern.
Zu
seiner Schwester der Sonne,
blickte
er schmachtend schon lange.
So gern
wär er nicht allein.
Lieber
schon lange vergangen,
als ewig
so einsam zu sein.
Für uns
zög er einsam die Bahnen,
am
schwarzen Himmelszelt.
Der
Blick ginge immer zu ihm,
weil er
unsre Nächte erhellt.
Anders
als der Mond,
der
unser Nachbar ist,
strahlte
der Stern uns immer,
und
erntete dafür nichts.
Wir
würden ihn vermissen,
wäre er
einmal fort.
Der
Himmel schaute dann schwarz,
nichts
hielte den Blick am Ort.
Dem
einsamen Stern wir dankten,
für
seine treue Wacht.
Liebten
die Schwester bei Tage,
und
ehrten ihn stets in der Nacht.
Was
einsam ist wird wertvoll,
so ist´s
wohl viel gedacht.
Man
Frage sich bei den Sternen,
ob´s
überhaupt Sinn macht.
Montag, 4. November 2013
An Jemanden - Das lyrische Ich
Trage
mich weit fort von hier.
Nimm
mich mit ans Meer.
Zeig
mir wo die Berge stehn.
Es
dürstet mich so sehr.
Einsamkeit
ist ein Gefängnis,
von
kaltem, moosbeflecktem Stein.
Tief
im dunklen Herz der Erde,
gräbt
man sich ganz langsam ein.
Kein
Gesicht und keine Stimme,
seien
sie auch noch so süß.
Bricht
den Bann und sprengt die Ketten,
die
ich selbst im Fels einließ.
Das
Dunkel in mir nach Außen gekehrt,
verlor
ich fürs Lieben jeden Wert.
Denn
hinter der dünnen Fassade,
erkennt
man, von nahem, die schlechte Scharade.
Der
Abgrund schreckt die meisten ab,
statt
einer Oase, ein tiefes Grab.
Drum
muss ich gehen, muss vergessen, kann nicht ewig warten.
Will
nicht finden, will nicht bleiben, hab schon gelitten auf diese Arten.
Nicht
haften, nur laufen, so weit meine Füße mich tragen,
durchs
Dunkel, durchs Lichte ... Ach irgendwann!
Ich
kann es kaum erwarten.
Samstag, 5. Oktober 2013
Cool – Sein: Die Geschichte eines Erwachenden
Als Kind
wollte ich immer zu den coolen Kids gehören.
Jetzt
war ich so cool,
innerlich
so eiskalt, so erfroren,
dass die
coolen Kids
und alle
Anderen,
nichts
mehr mit mir anfangen konnten.
Denn sie
sind mir egal geworden.
Sie
gingen mich nun nichts mehr an.
So
lernte ich,
dass es
nicht die Coolness war um die es mir ging,
sondern
das Dazugehören,
welches
mir nun,
wo es so
unerreichbar fern und unnütz erschien,
schmerzlicher
fehlte denn je.
Und das
Cool-Sein wurde,
ebenso
wie alles Andere vor ihm,
bedeutungslos.
Was
blieb war die Einsamkeit,
die ihre
Bedeutung nie verlieren würde,
und die
es letztlich vollbrachte,
mir
negativ,
wahre
Zugehörigkeit,
eben
durch ihre Abwesenheit,
erlebbar
zu machen.
So
abstrahierte ich,
die
Gemeinschaftlichkeit,
aus der
Einsamkeit
und
wurde auch frei von diesem letzten und stärksten Begehren.
Erwacht
begrüße ich,
meine
Freunde und Feinde.
Sie alle
stehen für mich bereit,
warten
auf mich,
und sind
doch nicht vorhanden.
Montag, 23. September 2013
Gegangen / Gone
Gone
Rost
bedeckt die Welt,
das
große Spiel ist vorbei.
Unter
der dicken roten Staubschicht,
sucht
man vergeblich nach Überresten des Lebens.
Was der
Rost nicht erstickt und zermahlen hat,
das ist
schon vor langer Zeit gegangen.
Nichts
wurde zurückgelassen,
als das
große Rad unvermeidlich seine Drehung vollendete.
Wo einst
Trieb und Vernunft miteinander wilde Kämpfe rangen,
wacht
nun die stille Ewigkeit.
In
wildem Erinnern zeigt der Wind von Zeit zu Zeit,
eine
rostrote Metapher der Kraft dieses Konfliktes.
Die
Stürme toben dann über die weiten Ebenen,
doch die
Bewegung ist trügerisch.
Sie ist
kein Beweis für das einstige Leben,
sondern
für seinen Niedergang vor der ewig schleifenden Stetigkeit der Zeit.
So sieht
man dann den roten Planeten,
den
toten Planeten.
Und
fragt sich unmerklich:
'Was wird aus uns?'
Donnerstag, 12. September 2013
Warum eigentlich?
Vielleicht
schreibt man das alles nur, damit irgendwann, wenn das Spiel vorbei
ist, jemand erkennt wer der Schauspieler den er dort sah wirklich
war. Und vielleicht will, oder muss, Er, der Schauspieler, selbst
nach seinen Auftritten erst immer wieder entdecken, wer er eigentlich
ist. Denn alles was er der Welt vorgibt zu sein ist immer nur Teil,
nur Maske, nur Ausflucht und Muster. Eine Scharade unter Tausenden.
Das
Ganze gibt es nicht im Kleinklein dieser oberflächlichen hektischen
Welt. Das Ganze braucht Zeit und Geduld. Eine Ewigkeit für ein
Sandkorn Wahrheit.
Oder
wie Fernando Pessoa es um 1934 ausgedrückt hat:
„Manchen
mag dieses von mir für mich geschriebene Tagebuch zu künstlich
vorkommen. Aber alles Künstliche entspricht meinem Naturell. Womit
sonst könnte ich mich unterhalten, wenn nicht mit dem sorgfältigen
Aufzeichnen meines geistigen Lebens? Im übrigen ist die Sorgfalt,
die ich darauf verwende, nicht allzugroß. Ich bemühe mich weder um
eine besondere Anordnung noch um eine ausgefeilte Form. Ich denke
dabei ganz selbstverständlich in der mir eigen gewählten Sprache.
[…] Unsere Leichtfertigkeit von gestern ist heute eine beständige
Sehnsucht, die mein Leben zermürbt.“,
(Pessoa,
Fernando: Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares.
Zürich: Ammann Verlag & Co., 2003. S. 446)
Montag, 9. September 2013
Himmelblau
Blau im
Himmel so fern,
so nah
sind dir die Flieger,
streifen
dein samtiges Antlitz.
Doch
ihre Seelen so fern,
verleben
die Zeit in der Economy Klasse.
Samstag, 3. August 2013
Zum Leben eines Harry Haller
Steppenwölfe
Zwei
Steppenwölfe trafen sich,
und
waren gemeinsam allein.
Sie
rochen einander,
gaben
sich trost,
doch
konnten zusammen nicht sein.
Letztlich ganz und gar zu wild,
blieb
ihre Sehnsucht ungestillt.
Ihre
Wege zu verschieden,
ihre
Geister unbezähmt.
Haben
sie sich dann gemieden,
von sich
selbst doch stets gequält.
Laufen,
rasten, sinnen, streunen,
über
Mauern, hinter Zäunen.
Nichts
treibt solche Steppenwölfe,
so wie ihre eigenen Träume.
Donnerstag, 4. Juli 2013
Am Strand (Version 2)
Ich falte meine Hände
und bete doch zu niemandem.
Ich weiß das alles gut wird
doch aller Glaube wird geprüft.
Wo doch alles Wissen geglaubt wird,
ist das Leben von kalter Gewissheit.
Kalt wie die wogende Gischt der Zeit,
die sie mit uns hierhin und dorthin trägt.
Die Religion eines aufgeklärten Individuums
ist der Wunsch eines Sandkorns am Strand.
So viele Sandkörner ungehört,
so viele von den Wellen entführt.
[...]
Samstag, 15. Juni 2013
Weitergehen
Eine
Geschichte über die verlorene Liebe
Teil
1: Der Weg
Ich geh
allein,
die
Straße steinig.
Ist das
gut?
Ich
weiss nicht.
Doch all
meine Freunde,
waren
sich einig:
„Der
Weg ist besser als das Ziel“,
jenen
Ort den ich erreicht,
wo die
Sekunde,
der
Stunde gleicht.
– Doch
Stunden verrannen im nu. –
Wo die
Lust wohnt und der Schmerz,
dort
lebtest einst auch du.
Jetzt
geh ich weiter,
im
Herzen allein.
Die
Gesellschaft,
äuß´rer
Schein.
Ich gehe
frei von allen Ketten,
will
neue Herzen stehlen!
Doch
zunächst,
ich kann
es nicht verhehlen,
muss ich
durchs Tal mich quälen.
Wo Salz
und Wasser sich vermählen,
im Tal
aus Schmerz und Tränen,
dort
will ich mich heut wähnen,
wo Tage
nichts mehr zählen.
Sonntag, 31. März 2013
SMS Liebe
Die Liebe will gemeinhin immer sehr viel.
Sie will die Welt verschenken, Kriege beenden, Menschen vereinen, Nähe, Vertrauen, Emotionen, Blumen, Frühstück am Bett und so weiter und so fort..
Aber manchmal, wenn sie es gut meint, begnügt sie sich auch mit 150 Zeichen...
SMS
Liebe
Der Mond
scheint,
sternenklare
Nacht.
Ich
schau ihn an,
hoff das
er dich bewacht.
Drum
schlafe schön,
und
schlafe tief,
und sei
gewiss,
das ich
dich lieb.
Dienstag, 18. Oktober 2011
Gedanken
GedankenGedanken sind so unbeständigWorte sind dagegen endlichMeere neben festem LandInseln schön und ungekanntWorte solln die Seele zeigen?Hört und liest man innres Leiden?Sturmgebraus und Meerestobensind Unterwasser aufgehobenDort Unten in des Meeres Fundamentbeginnt ein Beben, zwei Gedanken sind sich fremdwärends nun unten kocht und brodeltbeginnt des Meeres Stimm' zu tobenDer Worttsunami türmt sich aufSinnenwind peitscht ihn hinausHinaus zur Welt die er ertränktder Menschen Selbstbewusstsein kränktDanach ist er sehr schnell verschwundenhört nichts von all dem Leid der Leutenoch ihrer ach so wichtgen FreudeSo wird sein Schaden überwundenDoch er ist eh schon lang verschwundenDenn dieser Wellenberg war nurein kleiner Teil des tiefen MeeresSeiner chaotischen NaturEin Krieger seines Wellenheeres
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