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Sonntag, 30. April 2017

Die letzten Minuten

Diese letzten Minuten des Tages,
wenn alles still ist,
alles schon schläft.

Schleicht sich,
die alte Freundin Saudade,
hier auf mein Sofa,
und fragt wie es geht.

Ich sage:
"Es geht so.",
da lacht sie mich an,
erfüllt mich mit Sehnsucht,
wies niemand sonst kann.

So sehn ich herbei mir,
die nullte Stunde,
wenn alles zu nichts wird,
geh ich mit zum Grunde.

Leg mich dort unten,
ins flauschige Bett.
Wenn ich wieder aufwach,
ist Saudade längst weg.

Sonntag, 12. März 2017

Sonntag, 19. Februar 2017

Blätter

Wir gehen durch dieses Leben,
fallend wie Blätter vom Baum.
Taumelnd, im Winde sich drehend,
- tänzelnd - als sei dies ein Traum.

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Der Stern

Stell dir vor am Himmel,
gäb es nur einen Stern.
Kein fröhliches Sternengewimmel,
nur einer – allein –,
und so fern.

Zu seiner Schwester der Sonne,
blickte er schmachtend schon lange.
So gern wär er nicht allein.
Lieber schon lange vergangen,
als ewig so einsam zu sein.

Für uns zög er einsam die Bahnen,
am schwarzen Himmelszelt.
Der Blick ginge immer zu ihm,
weil er unsre Nächte erhellt.

Anders als der Mond,
der unser Nachbar ist,
strahlte der Stern uns immer,
und erntete dafür nichts.

Wir würden ihn vermissen,
wäre er einmal fort.
Der Himmel schaute dann schwarz,
nichts hielte den Blick am Ort.

Dem einsamen Stern wir dankten,
für seine treue Wacht.
Liebten die Schwester bei Tage,
und ehrten ihn stets in der Nacht.

Was einsam ist wird wertvoll,
so ist´s wohl viel gedacht.
Man Frage sich bei den Sternen,
ob´s überhaupt Sinn macht.

Montag, 4. November 2013

An Jemanden - Das lyrische Ich



Trage mich weit fort von hier.
Nimm mich mit ans Meer.
Zeig mir wo die Berge stehn.
Es dürstet mich so sehr.

Einsamkeit ist ein Gefängnis,
von kaltem, moosbeflecktem Stein.
Tief im dunklen Herz der Erde,
gräbt man sich ganz langsam ein.

Kein Gesicht und keine Stimme,
seien sie auch noch so süß.
Bricht den Bann und sprengt die Ketten,
die ich selbst im Fels einließ.

Das Dunkel in mir nach Außen gekehrt,
verlor ich fürs Lieben jeden Wert.
Denn hinter der dünnen Fassade,
erkennt man, von nahem, die schlechte Scharade.

Der Abgrund schreckt die meisten ab,
statt einer Oase, ein tiefes Grab.

Drum muss ich gehen, muss vergessen, kann nicht ewig warten.
Will nicht finden, will nicht bleiben, hab schon gelitten auf diese Arten.
Nicht haften, nur laufen, so weit meine Füße mich tragen,
durchs Dunkel, durchs Lichte ... Ach irgendwann!
Ich kann es kaum erwarten.

Sonntag, 20. Oktober 2013

Schein und Sein

Wow... 1000 Besucher_innen, naja nicht ganz, diese Abfrageserver kann man ja kaum als Besucher_innen zählen, aber trotzdem, die Zahl steht schonmal da. Für manche mag das nicht viel sein, aber für mich ist es schon so eine Art erstes Jubiläum. Aus diesem besonderen Anlass hier die Veröffentlichung des Gedichtes mit dem eigentlich alles begann und seiner Geschichte. Naja mehr oder weniger... Eigentlich ist es dummes Zeug das man auch überspringen kann. 
Aber für alle die die ein wenig mehr lesen möchten:

Es ist dieses Gedicht mit dem ich, in den ersten trüben Tagen des Jahres 2011, begonnen habe meiner vergessenen Jugendfreude, dem Dichten, wieder zu fröhnen. In einer schweren Zeit, auf einer Autofahrt, nach einem mehr deprimierenden als erholsamen Urlaub (zum Glück der Letzte den ich hatte) kam mir der Gedanke, dass ich früher in der Schule immer Spaß daran hatte Elfchen und andere Lyrik zu schreiben. 
Ein Spaß der einem in dieser Gesellschaft ja konsequent aberzogen wird, da die Selbstverwirklichung dem ökonomischen "Nutzen" im Zweifelsfalle weichen muss. Ich beschloss mit der Zeit, mich diesem falschen und unmenschlichen Paradigma zu großen Teilen zu verweigern. Jeden Tag sieht man die Menschen und die Natur, die von dieser Gesellschaft und ihrem Realitätsprinzip, dem Leistungsprinzip wie Herbert Marcuse so schön diagnostiziert, zerbrochen und zernichtet werden. Und jeder dieser schrecklichen Verluste ist ein weiterer Grund sich dieser Welt nicht zu fügen, lieber ein einsamer Steppenwolf zu sein, als ein weiteres Vieh das zur Schlachtbank geführt wird. Lieber den romantisch-einsamen Helden mimen und für Andere Sorge tragen, ihnen Hoffnung geben, als sich in Sicherheit zu wiegen und ihren Untergang einfach zu ignorieren. Aber ich komme vom Thema ab... dafür wird an anderer Stelle noch genügend Zeit sein und die Worte sind ohnehin verschwendet.
Wie von selbst kamen mir daraufhin jedenfalls diese Zeilen in den Sinn. Ich hatte meine liebe Not mir in dieser Situation Stift und Papier zusammen zu klauben, um sie vor der Vergänglichkeit und Schwärze zu bewahren, die mein, in dieser Hinsicht leider, verschwendungssüchtiger Geist ihnen zuteil werden lassen wollte. Doch es gelang alles rechtzeitig zu notieren und dieses Gedicht war mir von diesem Tage an so lieb und so nah, dass ich nie wieder vergessen wollte, wie wichtig und befreiend es sein kann zu schreiben. 
Auch heute noch erinnert es mich stets an diesen Tag, an die Fragen und Antworten die ich in dieser Zeit gefunden hatte. Aber auch an die Befreiung und Freude alle Gedanken, wie mit einem Zauberspruch, aufs Papier zu bannen. Da waren und sind sie nun immer noch, statisch wie ein Glas Wasser das man aus einem reißenden Strom schöpft und das daraufhin friedlich beobachtet und verstanden, ja sogar anderen gezeigt werden kann. Jedoch, wer das Glas bloß betrachtet, wird sich noch immer keine Vorstellung vom Fluss, aus dem es stammt, machen können. Wenn es aber das richtige Wasser ist, jenes tiefe, reißende, wilde, schaumkronenüberspülte, tiefklare Wasser aus der Mitte des wilden Stromes, dann wird der der es trinkt vielleicht diesen Fluss erahnen können, mit dem jemand möglicherweise heftig ringen musste um ihm dieses kleine Gläschen abzutrotzen. Zumindest weiss er schon mehr über den Fluss, als alle Menschen die ihn nur im vorbeigehen betrachtet haben und daher zwar seine Form kennen, nicht jedoch seinen Inhalt, seine Tiefe. 
Aber genug der Flüsse und Gläser. Alle Metaphern sind irgendwann ausgelutscht und ich hoffe diesem Punkt gerade noch zuvorgekommen zu sein. Denn eine überstrapazierte Metapher, gleicht einem übervollen Staudamm der irgendwann bricht.

Manche malen, manche musizieren, manche slammen, manche schreiben Romane oder Kurzgeschichten um das auszudrücken worüber man nicht sprechen kann, die Welt zwischen und hinter den Zeilen und Worten. Ich schreibe jedenfalls seit diesem Tag meist, frei nach Ernst Pöppel, in  ca. 3-Sekunden-Versen den Strom meiner Gedanken nieder und freue mich nun auch dieses mir so lieb gewordene Gedicht in eine Form gebracht zu haben, die es vorzeigbar macht und die ihm, als Grundstein und Juwel all meiner darauf gefolgten und folgenden Arbeiten, wie ich hoffe, gerecht wird.

Vielen Dank für das ( vielleicht sogar verständnisvolle) Lesen dieses sicherlich maßlos übertriebenen und höchst prätentiösen Vorgeplänkels voller Kommafehler:


Schein und Sein

Teil 1:
Dort auf der Bank, da sitzt ein Mann,
hat scheinbar einen Anzug an.
Doch Schein kann trügen,
Wahrheit ist,
dass dieser Mann in Ketten sitzt.

Das Kleid der Seele ist zerschlissen.
Das Herz aus seiner Brust gerissen.
Kann nicht mehr lachen und nicht weinen,
muss im hier und jetzt verweilen.
Weiss nur was er zu tuen hat,
doch nichts von seiner Schaffenskraft.

Leer fühlt er sich und ganz zerbrochen,
im Geiste noch ein Zitterrochen,
stellt Fragen die ihn stets behindern,
doch seinen Schmerz ein wenig mindern.

Fragen ohne Antwort nur,
doch stellt er sie entschlossen - stur!
Gewillt den Weg zuend zu gehn,
nichts ist gewiss nichts bleibt bestehn.

Doch wie kann einer gehen,
der doch in Ketten sitzt?
Und wie kann einer Wissen,
der nur auf Wiesen blickt?

Der Körper dieser Käfig,
sperrt seine Seele ein.
Doch wird er einmal gehen,
geht sie mit ihm anheim.

So weiss er keinen Ausweg,
und grübelt drüber nach.
Denn er sitzt hinter Gittern,
das weiss er selbst im Schlaf.

Er wird wohl lange noch hier sitzen,
und starren auf der Wiesen grün.
Im Schnee, im Regen und bei Blitzen
wird seine Flamme schwächer glühn.

Die Leute nur den Anzug sehn,
und ehrwürdig vorüber gehn,
nicht kennen seine Seelenpein.
So sitzt er da,
allein.

Teil 2:
So sitzt er da und keiner wird ihn retten.
So sitzt er da, gehüllt in seine Ketten.
Nur Hut und Schuhe sieht man noch,
doch er wartet Woch' um Woch'.

Wartet auf die Uhren, 
die sich rückwärts drehen.
Wartet auf die Zeit:
Ach bliebe sie nur stehen!

Montag, 23. September 2013

Gegangen / Gone

Gone

Rost bedeckt die Welt,
das große Spiel ist vorbei.
Unter der dicken roten Staubschicht,
sucht man vergeblich nach Überresten des Lebens.

Was der Rost nicht erstickt und zermahlen hat,
das ist schon vor langer Zeit gegangen.
Nichts wurde zurückgelassen,
als das große Rad unvermeidlich seine Drehung vollendete.

Wo einst Trieb und Vernunft miteinander wilde Kämpfe rangen,
wacht nun die stille Ewigkeit.
In wildem Erinnern zeigt der Wind von Zeit zu Zeit,
eine rostrote Metapher der Kraft dieses Konfliktes.

Die Stürme toben dann über die weiten Ebenen,
doch die Bewegung ist trügerisch.
Sie ist kein Beweis für das einstige Leben,
sondern für seinen Niedergang vor der ewig schleifenden Stetigkeit der Zeit.

So sieht man dann den roten Planeten,
den toten Planeten.
Und fragt sich unmerklich:
'Was wird aus uns?'

Samstag, 14. Juli 2012

Neben Mir


stehe im Flur
ins Dunkel getreten
steh vor der Tür
und doch auch daneben

sehe mich selbst
bin schon mein Schatten
im grauen Zwielicht
die Züge ermatten

schleichen statt gehen
geträumt statt gesehen
geistergleich
vor Türen stehen

still und behäbig
erscheine ich dir
oh siehst dus nicht?
ich stehe doch nur neben mir