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Sonntag, 5. März 2017

Bedrohliche Zeiten

Trump droht.
May droht.
Putin droht.
Petry droht.
Alle Leute sehen rot.
Nichts scheint - wie gewohnt - im Lot.

Früher gabs mal Angebot,
Hilfe gab es in der Not.
Doch diese Zeiten sind passé,
jeder ist allein auf See.

Wo die einen Endzeit wittern,
tut der andre Zeichen twittern.
Hundertvierzig sollten reichen,
dumme Hirne zu erweichen.

Und so leben glücklich sie,
in der Idiokratie.

Sonntag, 16. März 2014

Spiel von Leben und Sprache

Wenn Gedanken wanken,
muss ich Worte horten,
Sprachschatzbanken gründen,
an vielen fremden Orten.

Eine Sprache,
viele Worte,
keine Referenz.

Dieser Texte,
viele Verse,
doch keine Sentenz.

Die Axt im Haus,
der Zimmermann –
Wozu bräucht er sie dort?
Sinn und Sinnzusammenhang,
ich schmiss sie beide fort.

Was übrig bleibt?
Die liebe Zeit,
sie nagt an meinen Nerven.
Stetig, unerbitterlich,
sich immer neu entwerfen.

Die Worte plätschern so dahin,
ein Walzer auf dem Mond.
Zu meinem, eurem, unsrem Glück,
wird Leben nicht entlohnt.

Wohl an denn,
hat's auch keinen Lohn,
ist's doch nicht ohne Wert.
Unbezahlbar teurer Schund,
verkannt, doch nie verehrt.


Montag, 14. Oktober 2013

Preis und Freiheit


Dieser Gedanke an die völlige Ungebundenheit lässt mich nicht mehr los. Der Gedanke an ein Leben auf Reisen ohne Ziel, ohne Bindungen, ist erschreckend und doch auch lockend. Ja verheißungsvoll! Wenn wir einfach gehen und uns keine Gedanken machen über Krankenversicherungen und das Päckchen, das der Postbote für unseren Nachbarn bei uns abgegeben hat. Von der Hand in den Mund und immer am Abgrund. Die Lust und den Schmerz roh und unraffiniert, ja gänzlich unschabloniert und unverordnet erleben. Ach welch Abenteuer uns jenseits des ausgetretenen Pfades erwarten könnten, den wir so stolz "Gesellschaft" nennen.
Wir müssten natürlich in Terrain vordringen, in dem wir nicht aufgrund unserer Unabhängigkeit gehasst und gemieden werden. Die Angst vor der Sehnsucht, die wir bei den Mitgliedern eben jenes gut geölten Uhrwerkes erwecken würden, ist nicht zu unterschätzen.
Unabhängigkeit ist der Preis der Ausgestoßenen.
Und Ausgestoßene wollen wir werden. Heute! Morgen!
Das Leben hat keinen Preis, denn es ist sowieso umsonst.

inspiriert von: 
Hesse, Hermann:  Narziß und Goldmund. Berlin: S. Fischer Verlag, 1930

Klöckritz, Angelika: Die Vermessung des Ichs. Hamburg: ZEITmagazin, 2012. Url: http://www.zeit.de/2012/49/China-Religion-Eremit-Einsiedler-Berge

Samstag, 5. Oktober 2013

Cool – Sein: Die Geschichte eines Erwachenden



Als Kind wollte ich immer zu den coolen Kids gehören.

Jetzt war ich so cool,
innerlich so eiskalt, so erfroren,
dass die coolen Kids
und alle Anderen,
nichts mehr mit mir anfangen konnten.

Denn sie sind mir egal geworden.
Sie gingen mich nun nichts mehr an.

So lernte ich,
dass es nicht die Coolness war um die es mir ging,
sondern das Dazugehören,
welches mir nun,
wo es so unerreichbar fern und unnütz erschien,
schmerzlicher fehlte denn je.

Und das Cool-Sein wurde,
ebenso wie alles Andere vor ihm,
bedeutungslos.

Was blieb war die Einsamkeit,
die ihre Bedeutung nie verlieren würde,
und die es letztlich vollbrachte,
mir negativ,
wahre Zugehörigkeit,
eben durch ihre Abwesenheit,
erlebbar zu machen.

So abstrahierte ich,
die Gemeinschaftlichkeit,
aus der Einsamkeit
und wurde auch frei von diesem letzten und stärksten Begehren.

Erwacht begrüße ich,
meine Freunde und Feinde.
Sie alle stehen für mich bereit,
warten auf mich,
und sind doch nicht vorhanden.

Donnerstag, 12. September 2013

Warum eigentlich?


Vielleicht schreibt man das alles nur, damit irgendwann, wenn das Spiel vorbei ist, jemand erkennt wer der Schauspieler den er dort sah wirklich war. Und vielleicht will, oder muss, Er, der Schauspieler, selbst nach seinen Auftritten erst immer wieder entdecken, wer er eigentlich ist. Denn alles was er der Welt vorgibt zu sein ist immer nur Teil, nur Maske, nur Ausflucht und Muster. Eine Scharade unter Tausenden.

Das Ganze gibt es nicht im Kleinklein dieser oberflächlichen hektischen Welt. Das Ganze braucht Zeit und Geduld. Eine Ewigkeit für ein Sandkorn Wahrheit.


Oder wie Fernando Pessoa es um 1934 ausgedrückt hat:
Manchen mag dieses von mir für mich geschriebene Tagebuch zu künstlich vorkommen. Aber alles Künstliche entspricht meinem Naturell. Womit sonst könnte ich mich unterhalten, wenn nicht mit dem sorgfältigen Aufzeichnen meines geistigen Lebens? Im übrigen ist die Sorgfalt, die ich darauf verwende, nicht allzugroß. Ich bemühe mich weder um eine besondere Anordnung noch um eine ausgefeilte Form. Ich denke dabei ganz selbstverständlich in der mir eigen gewählten Sprache. […] Unsere Leichtfertigkeit von gestern ist heute eine beständige Sehnsucht, die mein Leben zermürbt.“
 
(Pessoa, Fernando: Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares. Zürich: Ammann Verlag & Co., 2003. S. 446)

Dienstag, 24. Mai 2011

So What?!

Tja... hab ich mir also einen Blog gemacht... aber warum macht man sowas eigentlich? Ich denke, das ist eine gute Frage für den Anfang, die vielleicht auch der eine oder andere als lesenswert erachtet, weil ja sicher jeder so seine eigene Vorstellung davon hat warum er bloggt oder es eben nicht tut.

Ich blogge, weil ich es schade fände, wenn die Gedanken die ich habe einfach so in irgend einer Schublade ungehört versauern.

Und warum der Name Wortritter?
Im selben Affekt der mich letztlich dazu brachte diesen Blog einzurichten schrieb ich folgendes Gedicht:



Zu Verlieren

"Spiel, Satz und Sieg!",
das dacht ich in der Früh.
Doch nun da ward es mir,
als quälte mich die Müh.

Gerechtigkeit geträumt,
Vergangenes im Sinn:
Wo komm' Gefühle her?
Wo gehn sie wieder hin?

Mitgefühl es wird erweckt,
damit das Reine nicht befleckt.
Die Furcht, zu sehen als das Tier,
so lebt sichs mit, doch ohne ihr.

So muss man Zorn und Furcht beherrschen,
muss all die weltlich Gier verwerfen,
muss sich opfern für das Gute,
ja muss selbst geben all sein Blute.

So steh ich dort auf weitem Felde,
meine Scharen ziehn in bälde,
die Dämonen meiner Seele,
ich opfre sie und so vergehe,

auch ich selbst in letztem Kampfe,
stehe, sterbe, brech die Lanze,
für die Schwachen dieser Welt,
auf das ein Licht auch auf sie fällt.

Was habe ich sonst zu verlieren?
Was wäre denn daran Verlust?
Was bringt das Leben sonst im Hier?
Wenn ich ohnhin auch sterben muss?

So wie ich letztlich auch vergeh,
so soll mein Leuchten weiter scheinen,
und alle guten Krieger dann,
unter einem Banner einen.

So geb ich meinem Leben Sinn,
wies ein jeder selbst sich tut.
Der eine gibts dem Nächsten hin,
der andre watet durch das Blut.


Ich denke um für eine Sache zu kämpfen und täglich wieder in diesen Moloch aus Gier, Intrigen und Ungerechtigkeit zu gehen, braucht man nicht nur körperliche Ressourcen, sondern auch Stärke in Wort und Tat und damit auch im Geist. Es braucht Menschen die sagen was sie denken und die versuchen anhand ihrer Ideale zu handeln. Die einen tun das mit Bildern, die anderen mit Musik, ein dritter mit Taten, ein vierter schreibt Bücher oder engagiert sich politisch, wo immer jemandes Talente auch liegen mögen, er kann seinen Teil beitragen (jaja.. hoffnungsloser Idealist).. ich denke mein Talent ist das Reimen, das Träumen mit Worten... und gleich dem Ritter, der seine Kampfkünste ins Feld wirft um seine Mitstreiter zu zu unterstützen und seine Feinde zu bezwingen, will ich die Worte zu Felde führen um den Unsicheren den Weg zu zeigen und den Strauchelnden eine stützende Hand zu reichen..


Soviel dazu...

Mit Copyright kenne ich mich nicht aus und ich habe jetzt auch keine Lust mir dieses Wissen anzueignen (was nicht heißt das ich es nicht irgendwann mal tue), aber da ich hier nicht jedes Gedicht das ich schreibe reinstellen werde und die Gedichte an sich (wie alles andere was ich schreibe) wahrscheinlich voller Rechtschreibfehler sein werden, vertraue ich auf den Anstand und die Intelligenz der Leserschaft (wie ich schon sagte: hoffnungsloser Idealist ...). Ansonsten habe ich nichts gegen Zitationen und nichtkommerzielle Verwendung aller Schriftstücke.

in diesem Sinne
mit freundlichen Grüßen
(oder was man sonst so unter einen Post schreibt)

Wortritter