Vielleicht
schreibt man das alles nur, damit irgendwann, wenn das Spiel vorbei
ist, jemand erkennt wer der Schauspieler den er dort sah wirklich
war. Und vielleicht will, oder muss, Er, der Schauspieler, selbst
nach seinen Auftritten erst immer wieder entdecken, wer er eigentlich
ist. Denn alles was er der Welt vorgibt zu sein ist immer nur Teil,
nur Maske, nur Ausflucht und Muster. Eine Scharade unter Tausenden.
Das
Ganze gibt es nicht im Kleinklein dieser oberflächlichen hektischen
Welt. Das Ganze braucht Zeit und Geduld. Eine Ewigkeit für ein
Sandkorn Wahrheit.
Oder
wie Fernando Pessoa es um 1934 ausgedrückt hat:
„Manchen
mag dieses von mir für mich geschriebene Tagebuch zu künstlich
vorkommen. Aber alles Künstliche entspricht meinem Naturell. Womit
sonst könnte ich mich unterhalten, wenn nicht mit dem sorgfältigen
Aufzeichnen meines geistigen Lebens? Im übrigen ist die Sorgfalt,
die ich darauf verwende, nicht allzugroß. Ich bemühe mich weder um
eine besondere Anordnung noch um eine ausgefeilte Form. Ich denke
dabei ganz selbstverständlich in der mir eigen gewählten Sprache.
[…] Unsere Leichtfertigkeit von gestern ist heute eine beständige
Sehnsucht, die mein Leben zermürbt.“,
(Pessoa,
Fernando: Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares.
Zürich: Ammann Verlag & Co., 2003. S. 446)
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