Sonntag, 5. Januar 2014

Der Sturm im Wasserglas - Neujahrszyklus III

3
So liegt man im Bett,
Stunde um Stunde.
Wälzt alte Fragen,
Runde um Runde.

Ein gutes Jahr?
Eine neues Leben?
Dreihundert und fünfundsechzig Tage,
um weiter nach den Sternen zu streben.

Zu lange ein Wolf?
Das einsame Leben genossen?
Wie lange schon Fuchs?
Wann wird man vom Jäger erschossen?

Das Jahr überlebt.
Doch zu welchem Preis?
Die Schäfchen gehütet,
der Wolf wurde leis.

Die Arbeit geschrieben,
der Fuchs hat brilliert,
Herbert Marcuse,
wär fasziniert.

Politische Fehden,
sie blieben nicht aus.
Wölfe und Wiesel,
spieln Katz und Maus.

Manchmal führen?
Manchmal folgen?
Manchmal rebellieren!

Konfuzius sagt:
Wer Muße hat,
soll dienen und studieren.


Freitag, 3. Januar 2014

Der Sturm im Wasserglas - Neujahrszyklus II

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Zerstörung lag auf diesem Pfad.
Zerstörung die das Leben gebar.
Und nach dieser letzten Nächte wildem Streben,
beginnt das Wasserglas zu beben.

Wellen brechen sich am Rand,
können nicht hinaus.
Heben sich dann in der Mitte,
plötzlich gänzlich auf.

Doch der Friede trügerisch,
die Wellen überlagern sich.
Die Masse brodelt,
droht das Glas zu sprengen.
Gefühle und Gedanken,
wolln nach Außen drängen.

Finden keinen Weg,
kein Ventil ist da.
Einsam und beengt,
viel und doch nichts war.


Donnerstag, 2. Januar 2014

Der Sturm im Wasserglas - Neujahrszyklus I

1
Jahre vergehen,
mit Freude und Leid.
Fragen entstehen.
Alle Wunden heilt die Zeit.

Zwischen den Jahren,
reichen wir uns die Hände,
heben die Gläser,
Alles findet ein Ende.

Und Alles,
beginnt auch von vorne.
Die Zeit treibt uns alle weiter! –
Gefundene wie Verlorne.

Immer vorwärts auf dem Pfad,
den das Leben schreibt.
Und jedes neue Jahr,
seine Blüten treibt.

Montag, 30. Dezember 2013

Wenn Menschen...


Wenn Menschen aus ihrer Heimat fliehn.
Wenn Menschen freiwillig ins Fremde ziehn.
Wenn Familien zerrissen werden.
Wenn Kinder dort auf dem Wasser sterben.

Dann hat das sicher viele Gründe:
Armut, Hunger, politische "Sünde",
unsere Gier nicht zu vergessen,
wir geben die Waffen und fressen und fressen.

Wir leeren die Meere,
wir schröpfen die Saat,
bestechen und schmieren,
in jedem Staat.

Manch einer wehrt sich:
"Die Lobby ist Schuld!"
 Doch hat sie ihr Geld erst,
 von uns geholt.

Als Teil des Ganzen,
sind wir mit im Boot.
Gehn einige unter,
sind alle in Not.

Unsere Not, 
ist die zu Erkalten.
Selbstgefällig diesen Kurs, 
auf den Eisberg beizubehalten.

Wenn Menschen ertrinken.
Wenn Menschen erfrieren.
Einfach verrecken,
vor unseren Türen.

Wenn Menschen tief sinken,
dem Flüchtling abwinken,
sich in ihrem Reichtum verlieren.
Dann! 
Werden Menschen zu Tieren ...

"Lampedusa ist überall !" - COR




Donnerstag, 19. Dezember 2013

Der Stern

Stell dir vor am Himmel,
gäb es nur einen Stern.
Kein fröhliches Sternengewimmel,
nur einer – allein –,
und so fern.

Zu seiner Schwester der Sonne,
blickte er schmachtend schon lange.
So gern wär er nicht allein.
Lieber schon lange vergangen,
als ewig so einsam zu sein.

Für uns zög er einsam die Bahnen,
am schwarzen Himmelszelt.
Der Blick ginge immer zu ihm,
weil er unsre Nächte erhellt.

Anders als der Mond,
der unser Nachbar ist,
strahlte der Stern uns immer,
und erntete dafür nichts.

Wir würden ihn vermissen,
wäre er einmal fort.
Der Himmel schaute dann schwarz,
nichts hielte den Blick am Ort.

Dem einsamen Stern wir dankten,
für seine treue Wacht.
Liebten die Schwester bei Tage,
und ehrten ihn stets in der Nacht.

Was einsam ist wird wertvoll,
so ist´s wohl viel gedacht.
Man Frage sich bei den Sternen,
ob´s überhaupt Sinn macht.

Mittwoch, 27. November 2013

Schattierungen


Schwarz oder Weiß.
So einfach zu fassen?
Rot oder Grün?
Abgrenzung schaffen!

Jede Grenze,
klar gezogen,
trennt was doch gemeinsam ist.
Der sanft geführte Übergang,
statt ihm klafft ein weiter Riss.

Dort im Schatten aller Dinge,
tief im Herzen der Fraktur,
zeigt sich uns ein Farbenspiel,
liegt im Dunkeln eine Spur,
liegt Unendlichkeit verborgen,
bereitet Philosophen Sorgen.

Hinter diese seichten Grenzen,
blickt sonst kaum ein lebend Mensch.
Weil er lieber sicher wohnt,
weil er ihren Reiz verkennt.

Die Schattierung wird gesehen,
flüchtig im Vorübergehen,
doch bleibt die Tiefe unerkannt,
verbirgt sich wacker dem Verstand.

Leidlich bleibt der Blick der Welt,
eng und klein und stets verstellt.


Montag, 4. November 2013

An Jemanden - Das lyrische Ich



Trage mich weit fort von hier.
Nimm mich mit ans Meer.
Zeig mir wo die Berge stehn.
Es dürstet mich so sehr.

Einsamkeit ist ein Gefängnis,
von kaltem, moosbeflecktem Stein.
Tief im dunklen Herz der Erde,
gräbt man sich ganz langsam ein.

Kein Gesicht und keine Stimme,
seien sie auch noch so süß.
Bricht den Bann und sprengt die Ketten,
die ich selbst im Fels einließ.

Das Dunkel in mir nach Außen gekehrt,
verlor ich fürs Lieben jeden Wert.
Denn hinter der dünnen Fassade,
erkennt man, von nahem, die schlechte Scharade.

Der Abgrund schreckt die meisten ab,
statt einer Oase, ein tiefes Grab.

Drum muss ich gehen, muss vergessen, kann nicht ewig warten.
Will nicht finden, will nicht bleiben, hab schon gelitten auf diese Arten.
Nicht haften, nur laufen, so weit meine Füße mich tragen,
durchs Dunkel, durchs Lichte ... Ach irgendwann!
Ich kann es kaum erwarten.