Samstag, 17. Mai 2014

Die sibirische Eisfrau

So saß ich,
füllte meinen Kopf mit Worten,
zu Persönlichkeitsstruktur, Triebbasis,
Kulturismus und solcherlei Dingen.

Ich versuchte zu vertiefen,
versuchte einzudringen,
versenkte meinen Geist,
in die Materie.
Doch aus der Tiefe tauchte,
während ich dahin sank,
ganz von allein,
immer wieder diese Gestalt auf,
diese Frau,
wie sie in einer Blockhütte in Sibirien sitzt,
mit einem roten Kater auf dem Schoß.

Geheimnisvoll lebte sie,
einen Traum in meinem Traum,
in einem Land,
dem ich schon lange aufgehört hatte,
zu opfern.

Es gab so viel was ich sie Fragen wollte.
Die schiere Fülle an möglichen Worten,
und Antworten,
machte mir zu schaffen.

Ich könnte nur stammeln,
und müsste zu allem was in mir brannte schweigen,
sähe ich sie wieder.
Denn jedes Wort, jede Frage, wäre ungenügend!
Ein profanes Sandkorn,
das den Traumstränden des Geistes,
niemals gerecht werden würde.

Doch bevor ich mir überhaupt klar werden konnte,
was ich wollte,
zog mich die Arbeit die mir auferlegt war,
wie ein Senkblei, befestigt an meinem Fuß,
zurück hinab in die Versenkung,
zurück zu den theoretischen Ungeheuerlichkeiten,
die ich zu ergründen hatte.

Der neue Mensch erwartete mich.
Ob er wohl auch in Sibirien anzutreffen wäre?

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