Donnerstag, 12. September 2013

Warum eigentlich?


Vielleicht schreibt man das alles nur, damit irgendwann, wenn das Spiel vorbei ist, jemand erkennt wer der Schauspieler den er dort sah wirklich war. Und vielleicht will, oder muss, Er, der Schauspieler, selbst nach seinen Auftritten erst immer wieder entdecken, wer er eigentlich ist. Denn alles was er der Welt vorgibt zu sein ist immer nur Teil, nur Maske, nur Ausflucht und Muster. Eine Scharade unter Tausenden.

Das Ganze gibt es nicht im Kleinklein dieser oberflächlichen hektischen Welt. Das Ganze braucht Zeit und Geduld. Eine Ewigkeit für ein Sandkorn Wahrheit.


Oder wie Fernando Pessoa es um 1934 ausgedrückt hat:
Manchen mag dieses von mir für mich geschriebene Tagebuch zu künstlich vorkommen. Aber alles Künstliche entspricht meinem Naturell. Womit sonst könnte ich mich unterhalten, wenn nicht mit dem sorgfältigen Aufzeichnen meines geistigen Lebens? Im übrigen ist die Sorgfalt, die ich darauf verwende, nicht allzugroß. Ich bemühe mich weder um eine besondere Anordnung noch um eine ausgefeilte Form. Ich denke dabei ganz selbstverständlich in der mir eigen gewählten Sprache. […] Unsere Leichtfertigkeit von gestern ist heute eine beständige Sehnsucht, die mein Leben zermürbt.“
 
(Pessoa, Fernando: Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares. Zürich: Ammann Verlag & Co., 2003. S. 446)

Montag, 9. September 2013

Himmelblau

Blau im Himmel so fern,
so nah sind dir die Flieger,
streifen dein samtiges Antlitz.
Doch ihre Seelen so fern,
verleben die Zeit in der Economy Klasse.

Samstag, 3. August 2013

Zum Leben eines Harry Haller

Steppenwölfe

Zwei Steppenwölfe trafen sich,
und waren gemeinsam allein.
Sie rochen einander,
gaben sich trost,
doch konnten zusammen nicht sein.

Letztlich ganz und gar zu wild,
blieb ihre Sehnsucht ungestillt. 

Ihre Wege zu verschieden,
ihre Geister unbezähmt.
Haben sie sich dann gemieden,
von sich selbst doch stets gequält.

Laufen, rasten, sinnen, streunen,
über Mauern, hinter Zäunen.
Nichts treibt solche Steppenwölfe,
so wie ihre eigenen Träume.

Samstag, 20. Juli 2013

Wahrheit oder Pflicht?

Wer kennt diese Wendung nicht?
Wenn Unrecht zu Recht wird,
ist Widerstand die Pflicht.
Doch wenn Unwahrheit zu Wahrheit wird,
wer hält dann Gericht?

Ist Wahrheit eine Pflicht?
Folgt sie aus Respekt?
Wer verliert Gesicht,
wenn Unwahrheit verdeckt?

Kann die Lüge schützen?
Und wer ist der Geschützte?
Wer hat am Ende den Schaden
und wem ist sie zunütze?

Alle diese Fragen,
treiben uns umher.
Und die richtige Antwort,
fällt einstweilen schwer.

Donnerstag, 4. Juli 2013

Am Strand (Version 2)


Ich falte meine Hände
und bete doch zu niemandem.
Ich weiß das alles gut wird
doch aller Glaube wird geprüft.
Wo doch alles Wissen geglaubt wird,
ist das Leben von kalter Gewissheit.
Kalt wie die wogende Gischt der Zeit,
die sie mit uns hierhin und dorthin trägt.
Die Religion eines aufgeklärten Individuums
ist der Wunsch eines Sandkorns am Strand.
So viele Sandkörner ungehört,
so viele von den Wellen entführt.

[...] 

Samstag, 15. Juni 2013

Weitergehen


Eine Geschichte über die verlorene Liebe

Teil 1: Der Weg

Ich geh allein,
die Straße steinig.
Ist das gut?
Ich weiss nicht.
Doch all meine Freunde,
waren sich einig:

Der Weg ist besser als das Ziel“,
jenen Ort den ich erreicht,
wo die Sekunde,
der Stunde gleicht.
Doch Stunden verrannen im nu. –
Wo die Lust wohnt und der Schmerz,
dort lebtest einst auch du.

Jetzt geh ich weiter,
im Herzen allein.
Die Gesellschaft,
äuß´rer Schein.

Ich gehe frei von allen Ketten,
will neue Herzen stehlen!
Doch zunächst,
ich kann es nicht verhehlen,
muss ich durchs Tal mich quälen.

Wo Salz und Wasser sich vermählen,
im Tal aus Schmerz und Tränen,
dort will ich mich heut wähnen,
wo Tage nichts mehr zählen.

Sonntag, 26. Mai 2013