Samstag, 3. August 2013

Zum Leben eines Harry Haller

Steppenwölfe

Zwei Steppenwölfe trafen sich,
und waren gemeinsam allein.
Sie rochen einander,
gaben sich trost,
doch konnten zusammen nicht sein.

Letztlich ganz und gar zu wild,
blieb ihre Sehnsucht ungestillt. 

Ihre Wege zu verschieden,
ihre Geister unbezähmt.
Haben sie sich dann gemieden,
von sich selbst doch stets gequält.

Laufen, rasten, sinnen, streunen,
über Mauern, hinter Zäunen.
Nichts treibt solche Steppenwölfe,
so wie ihre eigenen Träume.

Samstag, 20. Juli 2013

Wahrheit oder Pflicht?

Wer kennt diese Wendung nicht?
Wenn Unrecht zu Recht wird,
ist Widerstand die Pflicht.
Doch wenn Unwahrheit zu Wahrheit wird,
wer hält dann Gericht?

Ist Wahrheit eine Pflicht?
Folgt sie aus Respekt?
Wer verliert Gesicht,
wenn Unwahrheit verdeckt?

Kann die Lüge schützen?
Und wer ist der Geschützte?
Wer hat am Ende den Schaden
und wem ist sie zunütze?

Alle diese Fragen,
treiben uns umher.
Und die richtige Antwort,
fällt einstweilen schwer.

Donnerstag, 4. Juli 2013

Am Strand (Version 2)


Ich falte meine Hände
und bete doch zu niemandem.
Ich weiß das alles gut wird
doch aller Glaube wird geprüft.
Wo doch alles Wissen geglaubt wird,
ist das Leben von kalter Gewissheit.
Kalt wie die wogende Gischt der Zeit,
die sie mit uns hierhin und dorthin trägt.
Die Religion eines aufgeklärten Individuums
ist der Wunsch eines Sandkorns am Strand.
So viele Sandkörner ungehört,
so viele von den Wellen entführt.

[...] 

Samstag, 15. Juni 2013

Weitergehen


Eine Geschichte über die verlorene Liebe

Teil 1: Der Weg

Ich geh allein,
die Straße steinig.
Ist das gut?
Ich weiss nicht.
Doch all meine Freunde,
waren sich einig:

Der Weg ist besser als das Ziel“,
jenen Ort den ich erreicht,
wo die Sekunde,
der Stunde gleicht.
Doch Stunden verrannen im nu. –
Wo die Lust wohnt und der Schmerz,
dort lebtest einst auch du.

Jetzt geh ich weiter,
im Herzen allein.
Die Gesellschaft,
äuß´rer Schein.

Ich gehe frei von allen Ketten,
will neue Herzen stehlen!
Doch zunächst,
ich kann es nicht verhehlen,
muss ich durchs Tal mich quälen.

Wo Salz und Wasser sich vermählen,
im Tal aus Schmerz und Tränen,
dort will ich mich heut wähnen,
wo Tage nichts mehr zählen.

Sonntag, 26. Mai 2013

Sonntag, 19. Mai 2013

Beziehungsweise

Innenleben einer Wand

In der Wand
lebt ein Mann
eine Frau
an der Hand

Mann und Frau
sie sind eins
in der Wand
ohne Reim

Und so sind sie
dort schon lange
in der Wand
ohne Bange

Bis sie bröckelt
und stürzt ein
werden sie
beisammen sein

Samstag, 4. Mai 2013

Menschenwürde


Menschenwürde,
Menschenrecht,
wenn man sie nimmt,
geht es uns schlecht.

Hat also einer vor sich acht,
hat er dies innigst Recht bedacht.

Und so ist denn,
auch sein Lohn,
die freie Wahl,
einer Option.

Doch akzeptabel muss sie sein,
sonst ist der Trick von vornherein,
nichts mehr als ein Theaterspiel,
und dies ist nicht des Menschen Ziel.


vgl.: Schaber, Peter: Instrumentalisierung und Würde. mentis Verlag GmbH: Paderborn, 2010. 
Kap.2, S. 41-63
(Quellenangaben sollte man ja heutzutage nicht vergessen...)